Am Samstag, den 13. September, machten sich 16 Lions-Mitglieder auf den Weg, um den Spuren Karls des Großen zu folgen. Nach einer Busfahrt und einer kleinen Stärkung begann um 13:30 Uhr die vertikale Führung durch den Aachener Dom.
Während der fast dreistündigen Führung, geleitet von Herrn Dünnwald, dem ehemaligen Direktor der Domsingschule, erhielten die Teilnehmer einen umfassenden Einblick in das Leben und Wirken Karls des Großen in Aachen.
Nur in Aachen gibt es ein Bauwerk, das so eng mit Kaiser Karl dem Großen verbunden ist: seine Pfalzkapelle, die auch als Marienkirche, Stiftskirche oder Münster bekannt ist – der Aachener Dom. Dieses Bauwerk ist eines der am besten erhaltenen architektonischen Denkmäler der Karolingerzeit; seine historische Bedeutung ist ebenso unbestritten wie sein herausragender Platz in der europäischen Architekturgeschichte. Der Traum einer „Neuen Rom“ – das war die Vision, die Karl der Große gegen Ende des 8. Jahrhunderts verwirklichte, als er den Königshof seines Vaters in Aachen zu einer Kaiserpfalz ausbaute. Wo heute das Rathaus steht, ließ er seine Pfalz, seinen Palast, errichten. Für den christlichen König war es selbstverständlich, neben seiner Residenz auch eine Kirche zu errichten.
Eine kleine christliche Kirche bestand bereits unter seinem Vater Pippin, über deren Altar nun die Pfalzkapelle Karls des Großen erhob. Zeitgenossen schrieben das „schöne und bewundernswerte Werk der Kirche“ unmittelbar dem Einfluss Karls zu.
Der Baumeister Odo von Metz setzte Karls religiöse und politische Ideen meisterhaft in ein einzigartiges Bauwerk um, das auf west- und oströmische Architektureinflüsse zurückgriff. Die Marienkirche in Aachen ist das früheste große Kuppelbauwerk nördlich der Alpen und blieb über vier Jahrhunderte hinweg das höchstgewölbte Innere dieser Region.
Im Jahr 936 bestimmte Otto I. Aachen zum Ort seiner Krönung und begründete damit eine 600-jährige glanzvolle Krönungstradition. Der Königsthron stammt noch aus der Zeit Karls des Großen und besteht aus wertvollen Marmortafeln. Mehr als 30 Könige bestiegen diesen Thron in den folgenden sechs Jahrhunderten nach Wahl und Salbung. Im Jahr 1002 wurde Kaiser Otto III. auf eigenen Wunsch in der Kirche Karls des Großen beigesetzt.
Am Ende der Führung bestiegen die Teilnehmer das Dach des Doms und genossen bei Sonnenschein einen herrlichen Ausblick über die Stadt.
Ein besonderer Dank galt Herrn Dünnwald, der den Aachener Dom mit Begeisterung, Witz und einer Prise Humor näherbrachte.
Nach einer kurzen Pause begann um 18:30 Uhr die Führung durch die kunsthistorische Ausstellung im Aachener Rathaus. Die größte Ausstellung des „Karlsjahres“ fand an historischem Ort statt – im Krönungssaal des Rathauses.
Das Rathaus wurde im 14. Jahrhundert auf den Fundamenten der Königshalle Karls des Großen erbaut. Die Grundstruktur dieser Halle, einer Basilika nach antikem Vorbild, ist bis heute erkennbar. Teile der Außenmauern und der angrenzende Granusturm sind noch erhalten. Seit dem 10. Jahrhundert versammelten sich hier die Großen des Reiches nach der Krönung eines neuen Königs zum Festmahl im später sogenannten Krönungssaal.
Heute wird hier der Internationale Karlspreis der Stadt Aachen für besondere Verdienste um die europäische Einigung verliehen – so trägt auch die Ausstellung den Geist dieses bedeutungsvollen Ortes. Obwohl der Krönungssaal im 14. Jahrhundert nicht als Ausstellungsraum erbaut wurde, hat er sich als solcher hervorragend bewährt.
Der ereignisreiche Tag klang mit einem gemeinsamen Abendessen mit Lions-Freunden des LC Aachen Urbs Regalis im Restaurant Postwagen aus.
Ein besonderer Dank gilt Lions-Freund Dr. Ralf Fischbach für die Organisation sowie Lions-Freund Manfred Robens vom Lions Club Urbs Regalis Aachen für das außergewöhnliche Programm – hier im Bild mit Lions-Präsidentin Dr. Cordula Krawehl-Nakath.

